Chronik

Die hier vorgestellte Geschichte der Feuerwehr Kersbach und des bereits vor ihrer Gründung vorhandenen Feuer­löschwesens in der Gemeinde Kersbach ist eine Fortschreibung, der in der Festschrift zum 125-Jährigen Jubiläum im Jahr 2000 vorgestellten Chronik.

Die Unzulänglichkeiten der Löschmaßnahmen, das große Durcheinander, das bei einem Brand vorkam, veranlaßte den damaligen Bürgermeister Johann Greif, Haus-Nr. 43, im Jahr 1875 eine Freiwillige Feuerwehr Kersbach mit Sigritzau zu gründen. 45 Männer trugen sich in das Gründungsprotokoll ein.

In dieser ersten Versammlung wurde beschlossen, eine vierrädrige Saug- und Druckpumpe sowie 200 m Druckschläuche zu kaufen. Bis dahin verfügte die Gemeinde nur über eine kleine Buttenspritze und vier schwerfällige, nicht brauchbare Dachleitern.

Im Jahr 1877 wurde von der Gemeinde das Gemeindehaus (Armenhaus) gebaut. Als Anbau an dieses Haus entstand im gleichen Jahr das erste Spritzenhaus. Am 10. Juli 1877 fand in Forchheim eine Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr durch den Vorsitzenden des Landesfeuerausschusses, Oberinspektor Jung aus München statt. An dieser Inspektion beteiligte sich auch die junge Freiwillige Feuerwehr Kersbach.

Am 5. Januar 1885 wurden zum Spritzenfahrerdienst die Gastwirte Johann Hofmann und Johann Greif, als Feuerläufer zum Königlichen Bezirksamt Forchheim und zur Gendarmerie Johann Güthlein, nach Pinzberg und Gosberg Michael Nögel, nach Poxdorf und Effeltrich Johann Gast, und nach Hausen Johann Schwalb aufgestellt.

Im Jahr 1895 kaufte die Feuerwehr die heute noch vorhandene, fahrbare 10m-Schiebeleiter.

Am 01. Januar 1899 bestätigt der Bay. Landesfeuerwehrverband, dass die FFW Kersbach als Mitglied geführt wird.

Am 21. September 1900 brannte das Mölknersche Anwesen ab.

Am 14. Januar 1901 konnte durch das tatkräftige Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr der ausgebrochene Brand im Anbau des Schwalbschen Anwesens Nr. 21 im Keime erstickt werden. Am 14. September 1901 wurde eine neue Feuer­löschmaschine für 1200 Mark gekauft. Zur Deckung der Kosten wurde ein Stück Wald im Egelsee verkauft.

Im gleichen Jahr wurde auch die Feier zum 25. Gründungsjahr abgehalten.

Am 7. April 1902 ließ die Vorstandschaft für sämtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beim Schneidermeister Johann Hubert in Forchheim neue Uniformblusen anfertigen. Der Macherlohn belief sich pro Stück auf 2,30 Mark.

Am 18.7. 1904 brach durch Blitzschlag ein Großfeuer aus. Scheunen und Schuppen der Anwesen Nr. 24 und 25 brannten nieder.

Am 7. September 1906 wurde durch Kinderhände die Scheune und das Nebengebäude des Anwesens Georg Albert Nr. 34 eingeäschert.

Sigritzau erhält 1911 eine eigene Löschmaschine. Im darauffolgenden Jahr wurde ein Bauplatz für ein Spritzenhaus in Sigritzau gekauft. Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges war die Wehr auf immerhin 85 Mitglieder angewachsen.

Während des Krieges von 1914 - 1918 bestand die Freiwillige Feuerwehr nur aus wenigen älteren Männern. Zum Glück blieb Kersbach in dieser Zeit von Feuersbrünsten verschont.

Am 17. Mai 1919 fand die erste Generalversammlung nach dem Kriege statt. Es hatten sich 48 Mitglieder eingefunden, welche die alte Vorstandschaft wiederwählten.

Im September 1920 brach in der Papierfabrik Forchheim ein Brand aus. An der Bekämpfung dieses Brandes beteiligte sich auch die Wehr aus Kersbach. Sie erhielt für ihren vorbildlichen Einsatz eine Belohnung von 300 Mark.

Das 50-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Kersbach konnte wegen des Neubaues der Gastwirtschaft Greif nicht zeitgerecht durchgeführt werden und mußte auf den 15. Mai 1926 verlegt werden. Am Festsonntag wurde eine Großeinsatzübung abgehalten. Als Brandobjekt wurde die Bäckerei Greif angenommen. Der anwesende Oberamtmann Recht aus Forchheim zeichnete die Gründungsmitglieder Johann Hofmann Nr. 23, Schneider Paulus Nr. 33, und Stirnweiß Andreas mit dem Silbernen Ehrenkreuz aus.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 wurden alle wehrfähigen Männer zum Wehrdienst eingezogen. Den Feuerschutz mußten die älteren Feuerwehrmänner und die Frauen, die im Luftschutz zusammengefaßt waren, übernehmen.

Im Januar 1941 kaufte die Gemeinde eine Motorspritze TS 800 auf einem geschlossenen Anhänger für 3855 RM von der Firma Ziegler.

Am 8. Juli 1944 brach durch Blitzschlag ein Großfeuer im Anwesen Haus-Nr. 48 aus, dem die Scheune zum Opfer fiel. Bei den Löscharbeiten kam ein Mann aus Nürnberg, der in Kersbach zu Besuch weilte, ums Leben, als er einen herabgefallenen elektrischen Leitungsdraht berührte.

Mit Wirkung vom 08.Mai 1945 waren alle Verbände, Vereine und auch die Freiwillige Feuerwehr von der amerikanischen Militärregierung verboten worden und mußten sich auflösen.

Am 3. Januar 1948 hielt die Freiwillige Feuerwehr in Kersbach erstmals nach dem Kriege wieder eine ordentliche Versammlung ab. 25 Wehrmänner kehrten aus dem Weltkrieg nicht mehr zurück.

Beim Kommandant Georg Nögel (Hs-Nr. 25) brannte es: Ein Blitzschlag hatte am 2. August 1950 seine Scheune entzündet. Das Übergreifen des Feuers auf umliegende Häuser und Scheunen konnte verhindert werden.

Am 23. Juni 1951 verzeichnete die Chronik einen Einsatz der Wehr bei der Bekämpfung eines Großbrandes in Gosberg.

Im Jahr 1962 wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in Kersbach gebaut. Die Einweihung und Übergabe wurde festlich begangen. Nach dem Gottesdienst zog der Festzug durch die geschmückte Gemeinde zum neuen Gerätehaus. Als Ehrengäste konnte Bürgermeister und Vorstand Ludwig Preusch den Landrat Paul Strian, den Kreisbrandinspektor Strian jun., die beiden Kreisbrandmeister Gügel aus Poxdorf und Mehl aus Neunkirchen am Brand, sowie die Feuerwehr­kommandanten der Nachbarorte begrüßen. Der Gesangverein umrahmte mit Liedvorträgen die eindrucksvolle Feier.

In der Nacht vom 08. Juni 1964 werden die Bewohner im Ortskern aus der Ruhe geschreckt. Eine Gasexplosion hat das Haus-Nr. 27 völlig zerstört. Zwei Schwerverletzte werden aus den Trümmern geborgen. Die Feuerwehr konnte durch eine Nachtwache nur weiterem Schaden vorbeugen und am darauffolgenden Tag bei den Aufräumarbeiten helfen.

Ebenfalls im Jahre 1964 wurde die zweite Motorspritze, eine TS 8/8 mit einem VW-Motor, zusammen mit dem ersten Feuerwehrauto, einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Ford Taunus Transit 1250, gekauft. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 14.789,95 DM.

Nachdem im Jahr 1962 die Wasserversorgung durch Tiefbrunnen des Zweckverbands Leithenberg-Gruppe sichergestellt wurde, waren die Hausbrunnen und Feuer-Löschteiche im Dorf überflüssig geworden und wurden aufgelassen. In der Poststraße gab es vier untereinanderliegende kleine Weiher. Der Auslauf des untersten speiste die "Herrn-Hüll" an der Kreuzung Herrnstraße / Poststraße über eine Rohrleitung. Von dort führte eine weitere Rohrleitung zu einem Hydranten der an der Einmündung Baiersdorfer / Kersbacher Str. stand. Weitere Hüllweiher gab es auf der Wilhelmshöh, sowie an der Ecke Herrnstraße / Wilhelmshöh. Die größten Weiher lagen am nördlichen Ortseingang an der Straße nach Forchheim. Wo heute BRK-Heim und Raiffeisenbank stehen, war früher die "kleine Weeth" und gegenüber auf dem Kersbacher Festplatz die "große Weeth".
Mit Bescheid vom 03. März 1965 wurde die Auflassung der im Dorf vorhandenen Weiher genehmigt, nachdem mit der neuen Wasserversorgung und dem geplanten Feuerlöschbehälter im ehemaligen Schulgarten Feuerlöschteiche nicht mehr notwendig waren. Aber auch der Ortsteil Sigritzau erhielt einen Feuerlöschbehälter.

1969 wurde die Wehr zu einer Brandbekämpfung nach Hausen gerufen. Von der Gemeinde wurde für 1000 DM Schlauchmaterial angeschafft.

1970 wurde die Wehr zur Bekämpfung eines Brandes nach Pinzberg gerufen. Sie zeichnete sich durch ihren vorbildlichen Einsatz besonders aus.

Im Jahr 1971 wurde von der Firma Paul Ludwig in Bayreuth das zweite Feuerwehrauto, ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF Ford Transit Kastenwagen FT 130 bezogen. Dieses Fahrzeug war geräumiger und kurvensicherer, weil es gegenüber dem ersten Fahrzeug eine größere Fahrzeugbreite und Zwillingsbereifung hatte.

Die Wehr wurde 1972 zu zwei Zimmerbränden im Ort gerufen. Beide Brände konnten schnellstens gelöscht werden. Dabei mußte eine Frau aus dem brennenden Zimmer gerettet werden.

Am 23. und 24. August 1975 feierte die Feuerwehr Kersbach ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großen Fest. Es begann mit einem Festkommers am Samstagabend. Am Sonntag wurde beim Festgottesdienst die neu angeschaffte Fahne feierlich geweiht. Der Festzug, zu dem über 40 Wehren nach Kersbach gekommen waren, fiel leider dem sehr schlechten Wetter zum Opfer. Die Feuerwehr­kapelle aus Forchheim sorgte im Festzelt durch flotte Musik für gute Unterhaltung, so dass die Festgäste trotz des Wetters ein vergnügliches Fest erlebten.

Am Samstag, den 03. Juni 1978 brach am Nachmittag in Kersbach bei Hoffmann und Kern ein Großfeuer aus. Das Feuer war so schnell und plötzlich ausgebrochen, dass mehrere landwirtschaftliche Gebäude und Ställe lichterloh brannten. Zwar brannten diese Gebäude nieder und ein Teil des Viehbestandes fiel den Flammen zum Opfer, aber die Feuerwehr Kersbach war in kürzester Zeit am Brandort und konnte durch den schnellen Einsatz und dank der Mithilfe mehrerer Nachbarfeuerwehren das Übergreifen des Feuers auf Wohnhäuser und weitere landwirtschaftliche Gebäude verhindern.

Im Jahr 1986 wurde mit der Erweiterung vom Feuerwehrhaus begonnen. Die kirchliche Weihe nahm Pfarrer Kramer am 17.9.1988 im Rahmen einer kleinen Feier mit Vertretern der Stadt Forchheim vor.

Der Feurwehrverein ist seit dem 02. Juni 1998 ins Vereinsregister eintragen.

Das zweite TSF wurde im Oktober 1998 ausgemustert. Die TS 8/8 des ersten Fahrzeugs versieht neben der FP 8/8 im nun vorhandenen Löschfahrzeug LF 8/6 (MAN mit Aufbau Ziegler) noch immer ihren Dienst. Das Fahrzeug, das am 22. November 1998 von Geistlichen Rat Michael Kramer geweiht wurde, verfügt über folgende Zusatz- bzw. Sonderausstattung: seitliche B-Abgänge, Fahrgastzelle aus GFK mit hochgezogenen Türen wegen der zwei Preßluftatmer im Mannschaftsraum, Notstromaggregat, 3. Rundumkennleuchte hinten und im Führerhaus integrierte Frontblitze. Auch bei der Feuerwehr Kersbach hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Verschiebung vom Brandeinsatz hin zur technischen Hilfeleistung vollzogen. Dieses Fahrzeug und eine breitere Ausbildung tragen diesem Umstand Rechnung.

Vom 25. bis 29. Mai 2000 wurde das 125jährige Jubiläum gefeiert. Schirmherr war Oberbürgermeister Franz Stumpf. Mit dem Fest ist von der FFW Kersbach auch der Kreis­feuerwehr­tag und die Jugendolympiade ausgerichtet worden.

Der marode Zustand des Feuerwehr­hauses war Anlass im gleichen Jahr bei der Stadt Forchheim den Antrag auf einen Neubau zu stellen. Weil das bisher genutzte Grundstück zu schmal für zwei Stellplätze ist, einigte man sich das Gebäude an einem neuen Standort zu errichten. Im Kommunal­wahljahr 2002 stellte die Stadt Forchheim erstmals eine Verpflichtungs­ermächtigung in Höhe von 350.000 Euro in ihrem Haushalt ein. Ausgesucht wurde der Festplatz, auch bekannt als große Weeth. Der Umgriff des Hauses steht nach wie vor für kleinere Feste der Ortsvereine zur Verfügung. Größere Veranstaltungen können auf dem Gelände der DJK Kersbach stattfinden.

Im Dezember 2003 wird die Damengruppe gegründet.

Der Spatenstich für das neue Feuerwehr­gerätehaus war am Samstag, den 30. April 2005.

Am 24.06.2007 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht.